Über Theater ASPIK

ASPIK ist eine Theaterkompanie aus Hildesheim, die interdisziplinäre Produktionen in unterschiedlichen Formaten entwickelt und als Eigen- oder Koproduktionen mit verschiedenen Häusern und anderen Institutionen zur Aufführung bringt. Das Ensemble erhielt 2000-2012 eine Konzeptionsförderung vom Land Niedersachsen. Theater ASPIK ist Träger des BKM-Bundespreises 2015 sowie des Theaterpreises der Bürgerstiftung Hildesheim 2016.

Neben Theaterproduktionen sind verschiedene Performances als Auftragsarbeiten entstanden, z.B. für das Geschichtsforum 1989/2009 in Berlin, für die Kleistfestspiele in Frankfurt/Oder, für das 550. Jubiläum der Universität Freiburg oder für die Gesellschaft für deutsche Sprache und das Goethe-Institut Berlin.

2012-2014 hat ASPIK zusammen mit dem Staatsschauspiel Dresden im Rahmen des Doppelpass-Programms der Bundeskulturstiftung zwei Großprojekte im ländlichen Raum von Sachsen entwickelt. Und jeweils einmal im Jahr erarbeitet das Team ein Landschaftstheaterprojekt mit zahlreichen Laiendarstellern in Kooperation mit dem „Forum für Kunst und Kultur" in Heersum.

Die Gruppe wurde bereits 1988 von AbsolventInnen der Kulturwissenschaften der Universität Hildesheim gegründet, später sind Schauspieler/Tänzer/Musiker aus anderen Zusammenhängen dazu gekommen. Seit 2002 arbeitet ASPIK kontinuierlich mit dem gleichen Kernensemble.

ARBEITSWEISE
Seit jeher entwickelt ASPIK Projekte sowohl in Theaterräumen als auch an ungewöhnlichen, themenspezifischen Orten (Museum, Fabrikhalle, Gericht, Discounter, Landschaft, Schwimmbad, Literaturarchiv, Bibliothek, Verkehrsübungsplatz u.a.) In den letzten Jahren hat das Ensemble durch die Gegenüberstellung von intensiven Bildern, ritualisierten Bewegungsabläufen und davon isolierten Textpassagen eine eigene Ästhetik gefunden, die ständig weiter entwickelt wird. In der Probenarbeit, die sich als gemeinsamer assoziativer Entwicklungsprozess in einem definierten Raum beschreiben lässt, werden die verschiedenen Ausdrucksmittel voneinander isoliert auf unterschiedlichen „Tracks" erprobt und weiterentwickelt.
Die ästhetischen Ausdrucksmittel Schauspiel, Choreographien, Sprache, Kostüm, Licht, Sound und Bühnenraum stehen im Ergebnis der Inszenierung als gleichwertige Elemente nebeneinander. Durch das Spannungsfeld zwischen den verschiedenen, scheinbar widersprüchlichen Fährten, welche die Inszenierung verfolgt, wird der Zuschauer aktiv am Geschehen beteiligt: Er verknüpft Bilder, Bewegungen und Worte assoziativ-sinnstiftend zu seiner individuellen Erzählung.
Alle Projekte von Theater ASPIK haben zum Ziel, das Medium Theater in unterschiedlichste Richtungen auszuloten, um unsere gesellschaftliche Realität unvoreingenommen zu befragen. Der Weg dahin besteht für uns darin, Grundkonstanten menschlichen Verhaltens herauszudestillieren und mit szenischen Mitteln sichtbar zu machen.

FORMATE / PRODUKTIONSFORMEN     

In den Eigenproduktionen werden Themen in einem kollektiven Probenprozess auf die Bühne gebracht; der Begriff des „Freien“ lässt sich in diesem Format konsequent ausloten. Die Arbeiten basieren einerseits auf Erfahrungsbeiträgen der Mitwirkenden, andererseits auf unterschiedlichsten Lebensentwürfe aus Film und (dramatischer) Literatur. Wir untersuchen, auf welche Weise Kommunikation und Beziehungen zwischen unterschiedlichen Welten entstehen und wie sie sich weiterentwickeln. So entstehen Figurenkonzepte, die in Folgeprojekten fortgeschrieben werden können (z.B. KingKong in Assessments). Die Eigenproduktionen bilden den Kernbestand unserer Arbeiten (in den vergangenen Jahren u.a. Assessments, Spekulationen, Mut, King Kong, Mein junges idiotisches Herz, Kirschgarten zu verkaufen).
In den Koproduktionen wird zum einen mit Stadt- oder Staatstheatern (Staatsschauspiel Dresden 2012-14, Staatstheater Braunschweig 2012, Staatstheater Stuttgart 2006, Theater Freiburg 2008 und 2010, Theater Hildesheim 2009 sowie 2002-2006, Kleistforum Frankfurt/Oder 2005, TaK Theater Liechtenstein 2008, 2010, 2013) zum anderen mit Theaterensembles aus europäischen Partnerländern („Teatr Cinema" PL, „Il Mulino di Amleto", IT, u.a.) ein gemeinsames Projekt realisiert.
Die Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern aus anderen Ländern gibt Impulse für eine Weiterentwicklung ästhetischer Ausdrucksformen.
Bei der Zusammenarbeit mit Stadttheatern geht es oft darum, ein neues Format zu etablieren oder eine Inszenierung an einem externen Spielort zu entwickeln („Die große Pause" in einer leeren Fabrik 2010, „Ausflug in den Menschenpark" in einem Auditorium, „Patrioten im Herz" im Museum, „Sein oder Nichtsein" in einem Tanzlokal aus den 20erjahren, „Der Fall aus dem All" in einem Dorf bei Dresden).
Auftragsproduktionen werden auf Wunsch von Theatern oder anderer Institutionen zu besonderen Anlässen entwickelt. Mit den Mitteln von Theater, Installation und Performance wird dabei, meist im Zusammenhang mit historischen Bezügen, ein bestimmter Ort, eine Biographie oder ein politisches Ereignis Thema der Inszenierung
Beispiele sind: „1989 – Wie`s im Buche steht“ – eine 60stündige Performance durch ganz Berlin zu „20 Jahre Mauerfall" im Auftrag der Bundeskulturstiftung (2009) / „Wer wohnt dort oben auf goldenen Sternen?" (2006) im Auftrag der Gesellschaft für Deutsche Sprache und dem Goetheinstitut Berlin, anlässlich des Heinrich-Heine-Jahres in der Bibliothek der juristischen Fakultät der Humboldt-Uni Berlin / „Schreibe mir bald, zum Troste" im Auftrag der Kleistfestspiele Frankfurt/Oder, zum Briefnachlass von Heinrich v. Kleist / „Erkennen – Erfassen – Erinnern" im Auftrag der Stadt Freiburg anlässlich des 500. Jubiläums der dortigen Universität (2008).

Oliver Dressel  (geb. 1970 in Windhoek/Namibia) lebt in Hildesheim und studierte dort Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis. Seit 1992 ist er freischaffend tätig in den Bereichen Schauspiel / Theater / Performances und Tanztheater. Ab 1994 erste Arbeiten mit Uli Jäckle und seit 2005 regelmäßig. Außerdem arbeitet er zusammen mit Albrecht Hirche, Kathrin... mehr

Arnd Heuwinkel (geb. 1970 in NRW) absolvierte nach einer Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann das Studium der Kulturwissenschaften und ästhetischen Praxis in Hildesheim im Jahr 2001. Nach seinem ersten Engagement als Schauspieler am Volkstheater Rostock wurde er Mitglied der freien Theatergruppe ASPIK. Daraus gingen Kooperationen mit dem Kleistforum... mehr

Uli Jäckle (geb. 1961), arbeitet seit 1993 als Freier Regisseur. In dieser Zeit sind über 80 Inszenierungen entstanden. Seit 1999 nimmt er außerdem unterschiedliche Lehraufträge wahr, u.a. an der Bundesakademie Wolfenbüttel, am Institut für Medien und Theater an der Universität Hildesheim oder an der Schauspielschule Bern, sowie seit 2010 als Professor für... mehr

Michael Wenzlaff (geb. 1966) studierte zunächst Freie Kunst in Hannover, dann folgte die Schauspielausbildung an der „Berliner Schule für Schauspiel“, seitdem lebt er als Schauspieler in Berlin. Mitglied bei Theater ASPIK seit 2005, außerdem spielte er am Theater Freiburg, am Hebbel am Ufer HAU Berlin, am Maxim Gorki Theater Berlin, am Jungen Staatstheater an der... mehr

Irene Eichenberger  (geb. 1969 in Bern) Ausbildung an der „Ecole Internationale Jaques Lecoq“ in Paris . Seit 1999 ist sie als freischaffende Schauspielerin tätig. Seit 2001 Ensemblemitglied bei Theater ASPIK und Zusammenarbeit mit Uli Jäckle. Engagements u.a. am: Theater Lübeck, auf Kampnagel in Hamburg, an den Sophiensaelen Berlin, Theater Luzern, Schauspiel... mehr

Florian Brandhorst (geb. 1960) ist freiberuflicher Schauspieler, Chorleiter und Komponist; studierte angewandte Kulturwissenschaften in Hildesheim und ist seit der Gründung 1988 Mitglied von Theater ASPIK; seit 1991 Inszenierungen mit Uli Jäckle, neben ASPIK unter anderem auch bei den Heersumer Sommerspielen, beim Stadttheater Hildesheim, dem Staatstheater Stuttgart... mehr

Luzia Schelling Ausbildung an der Berliner Schule für Schauspiel (1991-1995) nach ihrem Germanistik-/Romanistik-/Philosophiestudium (87-91). Engagements zunächst in Stendal, Dessau und bei der Theatercompanie Leipzig. Seit 2002 bei Theater ASPIK. Außerdem Engagements als Schauspielerin am: Theater Lübeck, Neumarkt Theater Zürich, Maxim Gorki Theater Berlin,... mehr

Elena Anatolevna geboren und aufgewachsen in St. Petersburg, lebt seit 1988 in Braunschweig und studierte 1992-96 Modedesign und Kostüm an der Kunstfachhochschule Hannover. Seit 1999 Zusammenarbeit mit Theater ASPIK. Außerdem Kostümbild sowie Ausstattung/Kostüme bei Produktionen u.a. am Theater Freiburg, dem Theater Chemnitz, dem Hamburger Schauspielhaus und dem... mehr

Thomas Rump geb. 1971, studierte Creative Arts studies am Sion Hill College in Bath (England) sowie Kulturwissenschaften in Hildesheim, anschließend Szenenbild an der Hochschule für Fernsehen und Film in München.Seit 1996 neben Arbeiten für Film, Fernsehen und Figurentheater Engagements als Bühnen- und Kostümbildner u. a. an den Theatern in Hildesheim,... mehr