Credits

Regie: Uli Jäckle | Musik: Roman Keller | Kostüme: Elena Anatolevna
von und mit: Irene Eichenberger, Luzia Schelling, Florian Brandhorst, Oliver Dressel, Arnd Heuwinkel, Michael Wenzlaff

Gefördert durch das Land Niedersachsen

Termine

  • Mär. 2011 | Weinsziehr-Haus Hildesheim
  • Jan. 2011 | Staatstheater Braunschweig
  • 18. Dez. 2010 | Weinsziehr-Haus Hildesheim | Premiere

Pressestimmen

aus "DER MENSCH ALS AUSLAUFMODELL"
"Besonders famos an diesem Abend ist die Tatsache, dass so viele Menschen etwas davon haben. Zum Beispiel die Passanten, die ahnungslos durch die Wallstraße spazieren und irritiert feststellen, dass erwachsene Menschen mit geöffneten Koffern und Taschen sichtlich erregt in der Gegend herumrennen, als wollten sie irgendetwas auffangen, das vielleicht vom Himmel fällt."

..."Und jetzt fällt manch einem auch auf, dass dort, auf der anderen Scheibenseite, das Premierenpublikum sitzt und ebenfals einen ziemlich verblüfften Eindruck macht. Das Theater ASPIK hat seit jeher eine Schwäche für kuriose Ortserkundungen und bringt seine Inszenierungen gern in Industriehallen, Supermärkten oder universitären Hörsalen unter. Diesmal hat es sich eine überaus ergiebige Nicht-Bühnen-Konstruktion von Drinnen-und-Draußen, von Anschauen und Angeschaut-Werden einfallen lassen für „Spekulationen“ – so heißt das von Uli Jäckle und Silke Lange inszenierte Stück, denn es imaginiert sich die Welt in zehn Jahren."

..."Oliver Dressel und Michael Wenzlaff turnen und dozieren, ereifern sich über Schwarmintelligenz und evolutions-pädagogische Spiele für die Playstation. Irene Eichenberger aber hat den Elchkopf auf und nähert sich zärtlich dem scheu auf der Fußmatte seiner Behausung festgewachsenen Arnd Heuwinkel. Denn, das gibt das Radio bekannt „Aufgrund der milden Witterung ist mit einer extrem erhöhten Elchdichte im Innenstadtbereich zu rechnen“.


..."Es liegt ein unheilvoller Pessimismus unter dem dadaitischen Klamauk, die Vorstellung nämlich, der Mensch könnte sich als Auslaufmodell erweisen. Und so wie hier immer wieder vom rätselhaften Verschwinden einzelner Zeitgenossen die Rede ist, entleert sich auch die Szene in den cleveren Hörspielcollagen von Carsten Schneider und Suzanne Hensel –Zusammenschnitte von Radiostimmen vom 6.10.2010, die immer wiederholen, es lägen keine Meldungen vor. Worte werden aneinandergereiht, alphabetische Assoziationsketten  entstehen..."

..."Das alles verzichtet auf erzählerische Vertiefungen, formt sich aber dennoch zu einer von szenischer Kreatitvität und bizarrem Witz schier überschäumenden Stunde. Das Auskosten hingebungsvoll ausgeführter Einzelaktionen verselbständigt sich, trägt mehr und mehr den Sieg über jegliche Bedeutungssuche davon und schafft im Innenraum wie auf der Straße Augenblicke reinster Zuschauerlust. Und so können die staunenden Passanten in der Wallstraße am Ende Schauspieler, Regisseure und den am Spiel beteiligten Wirt der Hopfenkammer vor der Kneipe stehen und sich verbeugen sehen. Und drehen sie sich dann verwundert um, erblicken sie hinter einer Schaufensterscheibe ein Publikum, das wild applaudiert und selbst immer noch ein bisschen perplex aussieht."
André Mumot, Hildesheimer Allgemeine, 21. 12. 2010