Credits

Regie: Uli Jäckle | Musik: Roman Keller | Ausstattung: Elena Anatolevna
von und mit: Irene Eichenberger, Luzia Schelling, Florian Brandhorst, Oliver Dressel

Gefördert durch das Land Niedersachsen, die Friedrich Weinhagen Stiftung Hildesheim, die Stiftung Niedersachsen und die Stadt Hildesheim

Koproduktion mit der JoWiese Hildesheim und dem theaterhaus Hildesheim

Termine

25. Sep 2017|Freibad JoWiese Hildesheim|
24. Sep 2017|Freibad JoWiese Hildesheim|
23. Sep 2017|Freibad JoWiese Hildesheim|

22. Sep 2017|Freibad JoWiese Hildesheim|

21. Sep 2017|Freibad JoWiese Hildesheim|

03. Jul 2016| Miller's Theater, Zürich|

02. Jul 2016| Miller's Theater, Zürich|

01. Jul 2016| Miller's Theater, Zürich|

19. Sep 2015| Freibad JoWiese Hildesheim|

18. Sep 2015|Freibad JoWiese Hildesheim|

17. Sep 2015|Freibad JoWiese Hildesheim|

23. Sep 2014|Greizer Theaterherbst|

06. Okt 2013|Freibad JoWiese Hildesheim|

05. Okt 2013|Freibad JoWiese Hildesheim|

04. Okt 2013|Freibad JoWiese Hildesheim|

03. Okt 2013|Freibad JoWiese Hildesheim|

02. Okt 2013|Freibad JoWiese Hildesheim|

29. Sep 2013|Freibad JoWiese Hildesheim|

28. Sep 2013|Freibad JoWiese Hildesheim|

27. Sep 2013|Freibad JoWiese Hildesheim|

26. Sep 2013|Freibad JoWiese Hildesheim|Premiere

 

 

 

 

 

Pressestimmen

aus "BAD IN DER LETHARGIESUPPE" – Theater ASPIK spielt Tschechows Kirschgarten als klitschnasses, tragikomisches Schauspielertheater"

Kling! Die Sektgläser läuten, noch einmal stoßen Dunjasa und Lopachin mit Poolwasser an. Freudestrahlend schenken sie sich immer wieder nach, in einer Endlosschleife der zwangsamusierten Selbstvergewisserung. "Meine kleine Kirsche", säuselt der hemdsärmlige Charmeur noch in ihr feuchtes Ohr, während sie im besten Sinne des Wortes dem Untergang geweiht ist. Hier steht allen das Wasser mindestens bis zum Hals: Theater ASPIK hat sich Tschechows „Kirschgarten“ vorgenommen – diese Lethargie-Komödie uber ein Gut im Russland der Zeitenwende. Regisseur Uli Jäckle macht mit seinem Team aus dem Stück ein triefendes Soziogramm. Schwimmbecken und Mädchenumkleide in der herbstverwaisten JOWiese werden zur Kulisse fur Schauspielertheater. Als verlorene Stellvertreter einer verlorenen Zeit waten, paddeln und schwimmen die vier Schauspieler durch ihre eigene, grün schimmernde Schicksalssuppe. Hochkomisches, formverliebtes Theater ist dabei herausgekommen, das eine der schwersten Herausforderungen meistert:
die Tragik am Grund der Komik zu finden. Bei Tschechow vertreiben sich verarmte Adlige, deren letzte Stunde der Feudalgesellschaft geschlagen hat, die Zeit in dem Sinnbild ihres einstigen Daseins: Im Kirschgarten lustwandeln, erinnern und vergnügen sie sich. Dem rauen Wind der neuen Zeit wissen die Geld- und Zeitverschwender rund um die bankrotte Gutsbesitzerin Ranjewskaja nicht
standzuhalten. Sie sind Wirklichkeitsflu?chtlinge, Mu?ssigänger, Träumer – Menschen, die die Krise nicht wahrhaben und ihr dekadentes Luxusleben fortfu?hren wollen. So kommt das Gut unter den Hammer. Es ist eine Vertreibung aus dem Paradies. Bei ASPIK sind alle – fast – bis zum Schluss auf Haltung aus, so eiskalt das Wasser auch sein mag. Unter dem beigefarbenen Ensemble, das die verschuldete Paris-Heimkehrerin Ranjewskaja trägt, sieht man den Neoprenanzug durchscheinen, der schneeweiße Hut sitzt auf dem wohlgelegten Haar. Luzia Schelling spielt diesen tragischen Realitätsflu?chtling mit den letzten Atemzu?gen damenhafter Eleganz. Der Startblock symbolisiert das Kinderzimmer von einst, die Finger spreizt sie vom Zigarettenhalter ab. Selbst bei der Bootstour quer durchs Becken mit dem selbstgenu?gsamen Lopachin, den Oliver Dressel mit großmännischer Unternehmerschmierigkeit durchs Wasser gleiten lässt, wird noch fröhlich gekentert. Das Dienstmädchen Dunjasa, die größte Verliererin dieses elitären Clubs, kümmert sich beflissen um den schwimmenden Porzellanbestand und will ihre Felle mit einer verzweifelten Anmache an den Großverdiener sichern. Irene Eichenberger als Dunjasa ist dabei ein ebenso großes Vergnügen wie Florian Brandhorst, der als Gajew versucht, den letzten Aufrechten seiner Ära zu geben. Die restlichen Figuren des Stücks werden bei der Lustwandel-Party am Beckenrand mit papierenen zweidimensionalen Umhängekostu?men verkörpert: Zwischendurch wackeln
7 steife, komödiantisch ausgefeilte Abziehfiguren durchs Bild. Man könnte denken, der Coup des Abends sei dieser fast schon zu schön ausgeleuchtete, nass schimmernde Bühnenraum. Doch: Tschechows Figuren sind in der Lesart von Theater ASPIK selbst allesamt Schauspieler. Mit dieser Aufgabe darstellerisch nicht baden zu gehen, ist der eigentlich größte Sieg, den es für diesen klitschnassen Kirschgarten zu verzeichnen gilt.
Stephanie Drees, Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 28.09.2013