Credits

Regie: Uli Jäckle | Musik: Roman Keller | Bühne: Thomas Rump | Kostüme: Elena Anatolevna
mit Irene Eichenberger, Luzia Schelling, Florian Brandhorst, Oliver Dressel, Arnd Heuwinkel, Thomas Klees, Michael Wenzlaff

Koproduktion mit dem LOT Braunschweig und dem Stadttheater Hildesheim. Gefördert durch das Land Niedersachsen, die Friedrich Weinhagen Stiftung Hildesheim, die Niedersächsische Lottostiftung und der Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz.

Termine

Pressestimmen

aus "ALTER AFFE MENSCH"
"Zivilisationstheater: Das Verdrängte der Gesellschaft lauert als Ungeheuer in uns allen: Das Hildesheimer Künstlerkollektiv Theater ASPIK erweckt in der Bremer Schwankhalle den Dschungelkönig KingKong erneut zum Leben
(...). Anstatt aber die altbekannte Geschichte einfach nachzuspielen, nähert sich die Inszenierung von uli Jäckle dem Dschungelkönig aus der Tiefe eines Großraumbüros. (...) Theater ASPIK versetzt uns mit seiner Performance in eine Welt, in der das Verdrängte der Gesellschaft die Geokoordinaten von Skull Island hat. Die Mauer verläuft hier durch das Innere der Figuren. Und etwas Fremdes scheint immer lauter gegen das alte Gemäuer zu klopfen."
Samuel Moon, taz. Die Tageszeitung, 01. 03. 2012

DAS MONSTER IN UNS
"Diesem Team hat es der Film angetan. Nach Lubitsch, Tati und van Warmerdam ist nun im Hildesheimer Stadttheater das Erfolgsmonster King Kong an der Reihe. Jäckle hat weder Urwald noch Empire State Building nachgebaut. Das Abenteuer-Epos ist ihm zu einer Parabel auf den modernen Menschen geworden. Sechs Tische auf einem waschbetonartigen Bodenbelag. Ein Großraumbüro, nüchtern und nackt. Weiter kann der Dschungel nicht entfernt sein. Doch wenn die verklemmt-elanvoll hereinlaufenden Angestellten bei ihrer stupiden Arbeit leise wegdämmern, geben sie im Schlaf Raubtierlaute von sich. Das haarige Monster, die Bestie steckt in uns. Je weiter wir sie ins Unbewusste abdrängen, desto stärker bricht sie in unkontrollierten Momenten hervor. Im Hintergrund der Bühne, durch eine niedrige Mauer abgetrennt, lauert das unbekannte Land, in dem die Wildnis zu Hause ist: Nackte, schwitzende Menschen, aggressiv, extrem körperlich.(…) Vor allem für die zweite Hälfte des Stückes hat Uli Jäckle starke Szenen gefunden. Plötzlich tauchen Bilder unserer affenähnlichen Vorfahren unter dem Bodenbelag auf (so nah sind sie die ganze Zeit gewesen!), und am Ende erklimmt das siebenköpfige Ensemble mühsam eine Wand. Immerhin, sie kommen oben an und werden nicht von Jagdfliegern heruntergeschossen. Das macht Hoffnung. Ein äußerst sehenswerter Abend um das Monster in uns."
Ralf Neite, Hannoversche Allgemeine Zeitung 03.10.2006

“Die Geschichte ist nicht nur in ihrer Erotik ambivalent und sorgt gerade deshalb für beeindruckende szenische wie artistische Momente. (…) Dieser brillante King Kong erzählt von der archaischen Mär von der Frau, die keine Lust mehr hat auf Manieren und gutes Benehmen und stattdessen auf das Biest wartet. Denn hinter der männlichen Aggression und dem Urwaldgeschrei von Kong steckt letztlich doch ein durch und durch romantisches Herz.“
abo, Hildesheimer Allgemeine vom 03.11.2006

VON AKTEN UND AFFEN
"Auch Uli Jäckles Theater Aspik hat seine Formen und Genrestränge gefunden, die es beharrlich verfolgt. (…) Die nackten Bürotische auf der Bühne sind so rechtwinklig aufgestellt wie die Straßen Manhattans. An einem sitzt anfangs stumm ein Mann, der sich später als Kryptozoologe und noch später als Filmproduzent Carl Denham vorstellen wird, und verwandelt sein bärtiges Antlitz – Stirn runter, Kinn nach vorn – in das Gesicht eines Affen. Vom Menschen zur Bestie, so das Programm, ist es halt nur ein Stirnrunzeln.(…) Ohne Plot und Figuren nacherzählen zu wollen, erzählen und assoziieren Florian Brandhorst, Arnd Heuwinkel, Oliver Dressel, Irene Eichenberger, Thomas Klees, Luzia Schelling und Michael Wenzlaff Knotenpunkte der Handlung. Viel Worte sind dazu nicht nötig; Jäckles Ensemble spielt mit präzisen Blicken, Gesten, Lauten und zerreißt so immer neu den dünnen Firnis der Zivilisation – etwa wenn Luzia Schelling die hysterische Pippilotti Rist Variante von Chris Isaaks „Wicked game“ covert und dabei zärtlich ein Stück Fell aus ihrer Aktentasche streichelt, bis die Stimme sich überschlägt: „I don’t wanna fall in love with you“."
Eva Behrendt, Theater Heute 03/07

DER KING KONG IN UNS
„Jäckle und seine sieben Schauspieler erzählen darin weniger vom Mythos King Kong als vielmehr von der Verdrängung der Mythen bei gleichzeitiger Sehnsucht nach ihnen. (…) Am Ende wird dann doch noch die Geschichte von King Kongs Gefangennahme – frei nach der jüngsten Filmadaption Peter Jacksons – in einer schön absurden Kurzfassung aufgesagt, ehe die Aufführung in ein berückendes Schlussbild mündet.“
Wolfgang Behrens, Theater der Zeit 04/07