Die grosse Pause

Credits

Regie: Uli Jäckle | Musik: Thomas Seher | Bühne: Thomas Rump | Ausstattung: Elena Anatolevna
mit Lena Drieschner, Johanna Eiworth, Luzia Schelling, Florian Brandhorst, Matthias Buss, Arnd Heuwinkel, Martin Weigel und 30 BürgerInnen aus St Georgen im Schwarzwald

Koproduktion mit dem Theater Freiburg

Termine

  • Sep. 2010 – Okt. 2010 | ehemaligen Uhrenfabrik Staiger-Werke, St Georgen

Pressestimmen

aus "DIE INSTALLATION EINER LEISEN KATASTROPHE"

"Kaum vorstellbar, dass hier vor 10 Jahren noch (...) 50000 Quartzuhren am Tag produziert wurden. As time goes by – irgendwann an diesem Nachmittag wird der melancholische Refrain angetippt, auch der zurckersüß gemeine Schlager „Schade, dass die Liebe nur ein Märchen ist“ hat seinen Auftritt. Zweihundert Zuschauer sitzen auf einer schmalen Tribüne in der ehemaligen Spritzerei des Kunststoffherstellers und schauen durch die großen Fenster gegenüber auf den von hier aus beschaulich wirkenden Ort."

..."Es ist eine Art dokumentarisches Drama, das die Geschichte der Firma im geglückten Zusammenspiel von ehemaligen Betriebsangehörigen und sieben Schauspielern als Mischung von Rimini-Protokoll und Marthaler-Revue entfaltet."

..."Schöne Bildfindungen und erhellende Momente sind dabei: wenn das Ensemble auf Bürostühlen im Akkord arbeitet, wenn Lena Drieschner in einen ziemlich komischen, ziemlich verzweifelten Dialog mit einer vertrockneten Zimmerpflanze gerät, wenn Luzia Schelling im strengen Kostüm die sich stets wiederholenden Mutmachweihnachtsbotschaften der Firma verliest, wenn ein wahnsinnig gutgelauntes Coaching-Team den Angestellten die ökonomisch effektivste Körperhaltung beibringen will, wenn die Chinesentruppe dem Chef den Schreibtisch unterm Ellenbogen wegzieht."

..."Nach der Hälfte von am Ende drei Stunden werden die Zuschauer zur Betriebsbesichtigung gebeten. Was wie ein Pflichtgang durch das abgehalfterte Werk anmutet, entpuppt sich als das Betreten einer grandiosen Großinstallation: Der Bühnenbildner Thomas Rump hat jedem Raum, von der Lagerhalle bis zum Büro im Obergeschoß, ein eigenes Gesicht gegeben."

..."Hier wird sie beklemmend erfahrbar: Die große Pause nach dem Crash, die stumme Katastrophe, wenn eine eingesessene Industrie im Wettbewerb untergeht. Der Melancholie dieses Moments kann man sich nicht entziehen. Gut, dass er noch einmal eingefangen wurde."
Bettina Schulte, Badische Zeitung, 20.09.2010

 

aus "DIE GUTE ALTE ZEIT MACHT PAUSE"

"Fast 400 Zuschauer haben am Wochenende die ersten beiden Aufführungen des Theaterprojekts „Die Große Pause“ in der ehemaligen Uhrenfabrik Staiger besucht. Die Resonanz: begeistert. Am Ende der Uraufführung kamen die Schauspieler ein ums andre Mal zurück in die ehemalige Spritzerei gestürmt, wo das Publikum die rund dreistündige Darbietung mit stehendem Applaus belohnte. Auch die im ganzen Gebäude verteilten Installationen wurden von den Besuchern begeistert aufgenommen. Der Raum, in dem zwei „Mitarbeiterinnen“ selbstvergessen tanzen, oder die verlassene Tafel, an der offenkundig ausgiebig gefeiert wurde und an der schweigsam ein scheinbar übrig gebliebener Gast sitzt und einen Teller Suppe löffelt. „Einen besseren Auftakt hätten wir uns nicht wünschen können“, sagt Jörg Wisser (...)."
Nathalie Göbel, Südkurier, 20.09.2010