Credits

Regie: Karl-Heinz Ahlers | Musik: Roman Keller | Ausstattung: Elena Anatolevna
von und mit: Luzia Schelling, Florian Brandhorst, Arnd Heuwinkel, Michael Wenzlaff

Gefördert durch das Land Niedersachsen, Stiftung Niedersachsen und Stiftung Weinhagen Hildesheim

Termine

Pressestimmen

aus "SCHÖNE NEUE ARBEITSWELT – Die Vorstellungsrunde als brutaler Kindergeburtstag: Theater ASPIK unterzieht sich launigen Assessments"
(...) Die vier Schauspieler werfen das Licht auch in Persönlichkeitsecken, in denen noch kein Therapeut gekehrt hat. Im Theaterhaus untersuchen sie eine Situation, die per se schon etwas Theatrales hat: Das Assessment-Center, eine der Haupterrungenschaften der schönen, neuen Arbeitswelt (...). Unter der Regie von Karl-Heinz Ahlers wird gnadenlos getestet und interviewt, provoziert und konkurriert. Rituale, Codes und Spielchen dieser Welt werden zur Farce, in einem ebenso minimalistischen wie kühlen Bühnenbild, in dem selbst die leeren Rahmen  an der Wand Repräsentanten eines Lifestyles sind. Hier geht es um das Ausstellen der Oberfläche, unter der die Würde der Probanden verschüttet liegt. Floran Brandhorst, Arnd Heunwinkel, Luzia Schelling und Michael Wenzlaff sitzen anfangs mit professioneller Gesichtsglätte hinter einem Tisch, feuern mit teuer aussehender Business-Klamotte ihre Persönlichkeitsinquisition an und kommentieren auf süffisante Weise die Fragen der anderen: war das vielleicht doch zu hart? Zu intim? Zu schwierig? Macht alles nichts, denn wer fragt, der kann nicht befragt werden. Doch der Kniff dieses Kammerspiels ist, dass die Inspektoren selbst zu Objekten der Inspektion werden – in einem Wechselspiel, das die wirklich große Stärke dieser Inszenierung hervorbringt: Die schlafwandlerische Bühnensicherheit der Schauspieler, die binnen weniger Minuten Charaktere schaffen.(...)
Stephanie Drees, Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 8.11.2012
                                                                                                               

aus "WIDERSINNIGE PERSONALAUSWAHL"  
(...) Tastengeräusche, ein außerirdisches Faxsignal, grelles Licht, vier unsichere Personen, und jede von ihnen hat eine Minute Zeit, um sich vorzustellen – willkommen im Assessment Center! Unzählige Fragen, schnell hintereinander werden sie gestellt, wirken wie ein Beschuss des Publikums. Inmitten der Zuschauer fühlt man sich, als wäre man selbst im Auswahlverfahren – oder auf der Anklagebank. Demütigende Aufgaben kommen hinzu: Fragebögen ausfüllen ohne Unterlage, Opernarien singen oder "Topfschlagen" spielen und dabei Fragen beantworten. Wer ist noch Freund, wer ist schon Feind? Beängstigend, entwürdigend der Eingriff in die Privatsphäre, und erschreckend die Bereitschaft, alles auf sich zu nehmen für eine Arbeitsstelle. Die Charaktere der vier Assessoren, die zwischendurch zu Prüflingen werden, reichen von der siegessicheren Karrieristin Luzia Schelling, die in ihrem energischen Spiel überzeugt, bis zum verwirrten, überforderten Beamtentypen Florian Brandhorst, der seine Rolle ebenso glaubhaft präsentiert. Den Höhepunkt des Abends bildet die "Die Reise nach Jerusalem": Die Befrager jagen um einen Stuhl herum, es wird gezerrt und geschubst, bis alle aufeinander losgehen, während die Befragung weitergeht. Gesellschaftskritik ist das grundlegende Thema in diesem selbst entwickelten Stück. Die Methode der Darbietung ist die Komik. Ein amüsiertes Publikum ist die Folge.
Eva Erdmann, Neue Braunschweiger Zeitung, 10.10.2012