Die Stunde da wir nichts voneinander wussten
„Einer überquert den Platz, ohne Augen für diesen, als Angler auf dem Hinweg. Ebenso dann gleich eine als dickvermummte ältere Frau, einen Einkaufswagen hinter sich herziehend. Sie ist noch nicht ganz aus dem Blickfeld, als zwei mit den Helmen von Feuerwehrleuten über den Platz gestürmt kommen, Schläuche und Löscher im Arm, eher bei einer Übung als einem Ernstfall?“
Peter Handke: Die Stunde da wir nichts voneinander wussten
Die Stunde da wir nichts voneinander wussten ist ein Theaterstück ohne Dialoge. Peter Handke beschränkt sich auf die genaue Beschreibung der Bühnenvorgänge. Die Bühne ist ein Platz, auf dem er rund 260 Figuren auf- und wieder abtreten lässt.
Dritter und letzter Teil der internationalen Handke-Trilogie
Credits
Regie: Uli Jäckle | Musik: Ingo Günther, Roman Keller | Bühne: Zbigniew Szumski | Kostüme: Veronika Seifert, Sabine Kohlstedt
mit Irene Eichenberger, Katja Filmann, Carolin Hochleichter, Katachene Szumski, Malgorzata Wallas-Antoniello, Shlomi Chen, Wlodzimierz Dyla, Jan Kochanowski, Olaf Kröck, Yusef Sweid
Deutsch-polnisch-israelische Koproduktion mit dem TEATR CINEMA (PL) und dem LOCAL THEATRE (ISR). Gefördert durch das Land Niedersachsen, die Friedrich Weinhagen Stiftung Hildesheim, die Niedersächsische Lottostiftung und die Stadt Hildesheim.
Termine
- Sep. 2000 | Dom Kulturi, Danzig
- 20. Sep. 2000 | Domäne Marienburg, Universität Hildesheim | Premiere
Pressestimmen
„Schließlich ist es das Vertrauen in die kleinen, oft auch traurigen Geschichten, die dieses Stück sehenswert macht: Wenn der Mann, der immer wieder über seine kaputten Lackschuhe stolpert, zu steppen beginnt – vielleicht in Erinnerung an seine Karriere als Tänzer – und dabei schrecklich stürzt. Oder der Gärtner, der seine Zuckerrübe durch Wundermittel in eine Riesenrübe verwandelt. Die Geschichten bleiben fragmentarisch, die Erzählweise offen. So kann der Zuschauer für sich die Geschichten vollenden und sie zu eigenen Erfahrungen und Phantasien in Beziehung setzen. Die fehlende Sprache schafft erst den Platz für das bilderreiche Erzählen, durch das das Stück seine starke Ausdruckskraft erhält.“
Hildesheimer Allgemeine Zeitung vom 22.09.00
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